Konzept
Berufsorientierungskonzept der Oberschule Brück
Die Berufs- und Studienorientierung an der Oberschule Brück ist ein zentrales Aufgabenfeld sowie ein bedeutender und prägender Teil der schulischen Bildung unserer Schule. Das Konzept der Berufs- und Studienorientierung ist fest im Schulprogramm der Oberschule Brück verankert.
Die Oberschule Brück ist eine Einrichtung des in den letzten Jahren gewachsenen „Bildungs- und Schulcampus Brück“. Die nähere Umgebung des Schulstandortes ist landwirtschaftlich geprägt und es gibt keine größeren Industriebetriebe. Das Gewerbegebiet Brück/Linthe zählt mit einigen bedeutsamen Betrieben zu den wichtigsten Arbeitgebern der Region.
Die Schüler/-innen kommen aus vielen Orten mit zum Teil langen Fahrwegen. Das Einzugsgebiet umfasst neben dem Amt Brück auch die Stadt Treuenbrietzen und das Amt Niemegk. Die Oberschule Brück ist eine integrative Ganztagsschule und seit 2018 „Schule für gemeinsames Lernen“. Die Oberschule ist dreizügig organisiert und es lernen ca. 280 Schüler/-innen in den Jahrgängen 7-10.
Seit mehreren Jahren erfolgt eine kontinuierliche Berufsorientierung in allen Jahrgangsstufen, angepasst an den jeweiligen Entwicklungsstand.
Die Oberschule Brück ist seit 2009 ausgezeichnet als „Schule mit hervorragender Berufsorientierung“ und führt seitdem ihr Konzept kontinuierlich und verlässlich weiter. Dabei wird es fortlaufend evaluiert und weiterentwickelt.
Als aktives Mitglied im Arbeitskreis „Schule und Wirtschaft“ arbeitet die Oberschule Brück eng mit der Agentur für Arbeit, der IHK und der Handwerkskammer zusammen. Es existieren Kooperationsverträge mit 78 Betrieben und Institutionen.
Integration von Inhalten der Arbeitswelt und der Berufsorientierung in den Unterricht und das Schulleben
Die Oberschule Brück versteht die Aufgabe der Schule darin, Schüler/-innen zur Aufnahme einer Berufstätigkeit zu befähigen und sie auf eine begründete Berufswahlentscheidung vorzubereiten. Alle Unterrichtsfächer tragen dazu bei, den Schüler/- innen einen unmittelbaren und breiten Zugang zur Lebens-, Berufs- und Arbeitswelt zu ebnen.
Lebenswelt
Jedes Schuljahr beginnen wir mit drei Startertagen, die besonders der Entwicklung der Sozialkompetenzen dienen. Die Jahrgangsstufe 7 nutzt diese Startertage als Kennenlerntage sowohl untereinander, als auch zum Kennenlernen von Schule und Schulumfeld.
Die Entwicklung der Sozialkompetenzen steht besonders in dieser Jahrgangsstufe im Vordergrund. Zu Beginn des Schuljahres findet für den Jahrgang 7 ein Anti Mobbing-Trainingstag statt. Im Laufe des Schuljahres werden Exkursionstage zum Teamtraining genutzt. Ein wichtiges Element sind die grundlegenden Kompetenzen im Bereich des Methoden-, Team und Kommunikationstrainings. Als integrative Ganztagsschule werden in den Arbeitsstunden intensive Übungen durchgeführt. An mehreren thematischen Projekttagen, die schon seit einigen Jahren einen festen Platz im Schuljahresarbeitsplan haben, setzen sich die Schüler/ innen der 7. und 8. Klassen mit den Themen Rassismus, Gewalt und Toleranz auseinander. Dazu besuchen sie vielfältige außerschulische Lernorte mit authentischen Gesprächspartnern.
Berufs und Arbeitswelt
Jahrgangsstufe 7
Erste praktische Erfahrungen mit der Berufs und Arbeitswelt erlangt die Jahrgangsstufe 7 beim Zukunftstag . Die Schüler/ innen suchen sich, unterstützt durch die Klassenlehrer/innen und Eltern, selbst einen Betrieb oder eine Institution, in welchem sie für einen Tag lang beschäftigt werden. Die SuS erhalten einen Arbeitsauftrag, den sie im Deutschunterricht auswerten. Dies gewährt auch den Mitschülern einen Einblick in die Vielfalt des beruflichen Alltags. Außerdem wird der Berufswahlpass gemeinsam mit der Berufsberaterin eingeführt. Ab dem Schuljahr 2025/2026 wird der Berufswahlpass als Pilotprojekt in digitaler Form mithilfe der Berufswahlpass-App verwendet.
Im WPI-Unterricht wird e in neues Lerncafé gestaltet, so das s die Schüler/ innen auch in diesem Berufsfeld tätig sein können.
Jahrgangsstufe 8
In der Jahrgangsstufe 8 wird im Rahmen des WAT- Unterrichts ein beruflich es Selbstkonzept entwickelt. Die Schwerpunkt e liegen dabei im Kennenlernen der eigenen Fähigkeiten und Interessen und in der Weiterentwicklung der sozialen Kompetenzen. Dabei führen die Schüler/ innen mit Unterstützung der „Nestor Bildungsinstitut GmbH“ eine Potenzialanalyse durch, die junge Menschen beim Entdecken ihrer individuellen Stärken, Fähigkeiten, Neigungen und Talente unterstützt. Ein Auswertungsgespräch, an dem auch Eltern teilnehmen können, rundet diese Maßnahme ab. Alle Ergebnisse werden im Berufswahlpass festgehalten, der die SuS bis zur 10. Klasse begleitet. Ab dem Schuljahr 2025/2026 werden die Lehrkräfte und Schüler/ innen als Pilotschule mit der Berufswahl-App arbeiten.
Höhepunkte in der Jahrgangsstufe 8 sind die Projekte “Fit für die Zukunft” und "Komm auf Tour”. Im Rahmen des Praxis BO-Projektes „Fit für die Zukunft“, welches wir gemeinsam mit dem TGZ Bad Belzig durchführen, besuchen die Schüler/ innen Betriebe und Institutionen im Schuleinzugsbereich. Erste Bewerbungsunterlagen und Bewerbungsgespräche für das Praxislernen werden mit viel Unterstützung durch unsere Kooperationspartner im Projekt und dann weiterführend im Unterricht erarbeitet. Mit diesen Unterlagen stellen sich die Schüler/ innen bei den Kooperationspartnern der Schule vor. Natürlich nehmen auch die Schüler/ innen der Jahrgangsstufe 8 am Zukunftstag teil. Sie erstellen ein Katalogblatt und halten im Rahmen des WAT-Unterrichtes einen Vortrag über ihre Erfahrungen. Der so entstandene Katalog erleichtert es den zukünftigen Jahrgängen Praktikums oder auch Ausbildungsplätze zu finden und Kontakt aufzunehmen. Zudem können die Schüler/ innen verschiedene Handwerksberufe in den schulischen Werkstätten testen und ihr handwerkliches Geschick vervollkommnen. Außerdem wird seit diesem Schuljahr in unserem Lerncafé auch der Bereich Kochen, Backen, Haushaltsmanagement und „Gesunde Ernährung“ im Unterricht umgesetzt. Dabei konnten die Schüler/ innen auch schon zu verschiedenen Anlässen ihre Koch und Backkünste unter Beweis stellen.
Im WAT- Unterricht findet eine Exkursion in das Industriemuseum nach Teltow statt.
Jahrgangsstufe 9
In der Jahrgangsstufe 9 findet das Praxislernen statt. Praxislernen ist ein Projekt, das über Praxis BO gefördert wird. Die Schüler/ innen gehen ein Schulhalbjahr lang einen Tag in der Woche statt in die Schule in ein Unternehmen unserer Region, mit dem die Schule einen Kooperationsvertrag abgeschlossen hat. Dabei wird besonderes Augenmerk auf die Interessen der Schüler/ innen und die Nähe zum Wohnort gelegt. Hierbei lernen die sie Berufsfelder und bilder ausführlich kennen. Zudem werden eigene Fähigkeiten erkannt, so dass diese mit den Anforderungen des Berufswunsches abgeglichen werden können. Während dieser ersten Praxiserfahrung müssen die Schüler/ innen fächerverbindend Aufgaben in Deutsch und WAT lösen. Während dieser Zeit wird jeder Schüler/ jede Schülerin an seinem/ihrem Praxislernort von einem Lehrer/ einer Lehrerin persönlich betreut. Dazu wird er/sie je Semester einmal vor Ort besucht. In der Auswertung der Praxistage erhalten alle Schüler /innen der jeweiligen Klasse durch die Vorträge einen Einblick in die Vielfalt der Berufe und entsprechenden Tätigkeiten jedes Einzelnen. Anhand mitgebrachter Beispiele aus den Betrieben und Institutionen erwachen die vorgestellte n Tätigkeiten zum Leben. Praxislernen ist Teil des schulinternen Curriculums und somit im Schulprogramm der OS Brück fest verankert.
Aus dieser ersten Praxiserfahrung entstanden in jedem Jahr Ausbildungsverhältnisse. Im Rahmen der Abschlussveranstaltung zu m Praxislernen präsentieren die Schüler/ innen ihre neu erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten vor Vertretern der Kooperationspartner, ihren Eltern, der Presse, Vertretern des TGZ Belzig, dem Schulförderverein und der Berufsberaterin. Für die Schüler/ innen , die durch das lernen feststellen, dass ihr bisheriger Traumberuf eine Fehlwahl war, bestehen mit den Praktika am Ende Klasse 9 und Anfang 10 weitere Möglichkeiten sich in der beruflichen Realität auszuprobieren.
Einige Schüler/ innen besuchen sowohl im Praxislernen als auch im Praktikum den gleichen Betrieb und nicht selten entwickelt sich auch daraus ein Ausbildungsverhältnis. Auch im Praktikum werden die Schüler/ innen bis zu zwei Mal von den Klassen und WAT Lehrer/innen besucht. Dabei werden Einzelgespräche mit dem Schüler/ innen und den Betreuern sowie Gruppengespräche durchgeführt. Außerdem werden die Schüler/ innen beim Erstellen der Praktikumshefter unterstützt. Im Deutschunterricht wird der Fokus auf das Bewerbungstraining , schriftlich und mündlich, gelegt.
Mit der Jahrgangsstufe 9 fahren die Klassenleiter/ innen nach Potsdam in das Berufsinformationszentrum. Die Berufsberaterin gibt einen Überblick über Berufsbilder und die Klassenleiter/innen erhalten einen Einblick in die momentan existierenden Berufsvorstellungen ihrer Schüler/ innen.
Zur Maximierung der Chancen führen wir eine berufskundliche Exkursion zu einem Arbeitgeber unserer Region, in diesem Jahr zur Bundeswehr, durch. Für Schüler/ innen , die ein Abitur und ein Studium anstreben, besuchen wir das OSZ in Werder und die TH Brandenburg und nehmen am Workshop „Ausbildung versus Studium“ teil.
Die gezielte Beratung hinsichtlich der möglichen Abschlüsse erfolgt durch das Erteilen eines Prognosezeugnisses, welches von den Eltern/ Sorgeberechtigten unterschrieben werden muss. Individuelle Beratungsgespräche können auf Grundlage des Prognosezeugnisses erfolgen.
Des Weiteren findet regelmäßig zu Beginn des 2. Schulhalbjahres eine thematische Elternversammlung zum Thema „Berufliche und weitere schulische Möglichkeiten nach Abschluss der 10. Klasse“ statt. Gast dabei ist die Berufsberaterin aus Bad Belzig.
Jahrgangsstufe 10
Im WAT-Unterricht der Klasse 10 begleiten wir die Schüler/ innen von der Anfertigung der Bewerbungsunterlagen bis hin zu m unterschriebenen Ausbildungsvertrag. Dabei unterstützen Experten aus der Praxis, z.B. die Berufsberaterin, diesen sensiblen Prozess. Vertreter der AOK geben Erfahrungen zum Inhalt und Aufbau von erfolgreichen Bewerbungsunterlagen weiter und prüfen individuelle Bewerbungen. Zudem üben die Schüler/ innen in Rollenspielen das Vorstellungsgespräch, welches aufgezeichnet und gemeinsam mit den Schülern/Schülerinnen ausgewertet wird. Für die Schüler/ innen, die im Bewerbungsprozess Schwierigkeiten haben, gibt es eine enge Zusammenarbeit mit der Berufsberatung für eine passgenaue Vermittlung. Auch für Schüler/ innen mit dem Schwerpunkt „Lernen“ werden weiterführende Angebote zur Berufsfindung bereitgestellt.
Auch in der 10. Klasse findet ein 2 wöchiges Praktikum statt. Hier können die Schüler/ innen die Möglichkeit nutzen, ihre Berufswünsche zu testen. Nach dem Praktikum in Klasse 10 wird mit Hilfe eines Vortrages durch jeden Schüler/jede Schülerin die berufliche Vielfalt dargeboten. Gleichzeitig schulen sich die Schüler/ innen im Präsentieren und freien Sprechen.
Im WAT-Unterricht werden lebensnahe Themen wie „Versichern und Sparen“ fächerübergreifend unterrichtet, wobei wir auch hier die Unterstützung von Experten der AOK erhalten.
Weiterhin werden die Schüler/ innen bereits ab Jahrgangsstufe 9 motiviert, die angebotenen Ausbildungsmessen zu besuchen. Die Berufsberaterin bietet einmal in der Woche Beratungsgespräche an unserer Schule an, die von Schüler/ innen und auch von Eltern intensiv genutzt werden.
Mit weiteren INISEK Projekten, wie z. B. die Mosaikbank für den Schulflur, die Gestaltung des Schulclubs und unseres Schuleinganges werden Berufe zum Anfassen im Schulalltag erlebbar gemacht . Die innen des Projektes machen die Erfahrung, dass theoretisches Wissen und praktische Erfahrungen erst eine erfolgreiche Aufgabenrealisierung ermöglichen. Sie erproben sich in Partner und Gruppenarbeit und entdecken neue Interessen. Auch lernen sie Anforderungen in verschiedenen Berufsrichtungen und Berufslauf bahnen kennen.
Auch die Schülerfirma Lila Lunchtime GmbH unterstützt die Schüler/ innen in der praktischen Erfahrung, in der Existenzgründung und bei der Lösung von Unternehmeraufgaben.
Für jeden Schüler/jede Schülerin der Schule wird eine individuelle Begleitung auf dem Weg in die Ausbildung angeboten. Dafür stehen den Schüler/ innen ausgebildete Berufswegecoaches zur Seite. In allen Klassenstufen erfolgt eine persönliche Beratung zu den Schulabschlüssen und zu möglichen Leistungsverbesserungen.
Schüler/ innen mit sonderpädagogischen Förderschwerpunkten erhalten bereits ab Klassenstufe 9 eine besondere Unterstützung bei der Berufswahl. Mit diesen Schüler n und Schülerinnen werden gemeinsam mit den Eltern und der Berufsberaterin Unterstützungssysteme und mögliche Zukunftskonzepte entwickelt. Zwei pädagogische Mitarbeiter betreuen die Schüler/ innen im Unterricht und in Kleingruppen.
In jeder Phase der Berufsorientierung suchen wir die Zusammenarbeit mit den Eltern. Es gibt thematische Elternabende zur Berufs und Studienorientierung, zum Praxislernen und zu den Praktika. Zum Abschluss des Praxislernens findet eine Abschlussveranstaltung statt, zu der Eltern eingeladen sind.
Die Sprechzeiten der Berufsberatung an unserer Schule werden verstärkt auch von den Eltern wahrgenommen. Zusätzlich ist die Berufsberatung auch am Elternsprechtag und zum Tag der offenen Tür für Gespräche an der Schule anwesend.
Ziele
Alle Schüler/ innen sollen zur Aufnahme einer Berufstätigkeit oder zu einer anschließenden weiteren schulischen Ausbildung befähigt werden. Auf diese lebenswichtige und begründete Entscheidung werden die Schüler/ innen langfristig vorbereitet und von den Lehrkräften begleitet. Alle Unterrichtsfächer tragen dazu bei, den Schülern innen einen unmittelbaren und breiten Zugang zur Lebens-, Berufs und Arbeitswelt zu ebnen.
Für unser Verständnis ist die Hauptaufgabe jeder Schule, die Schüler/ innen möglichst gut auf die Anforderungen der Arbeitswelt vorzubereiten, um den Übergang von der Schule zu weiterführenden schulischen und beruflichen Ausbildungen reibungslos zu gestalten. Der Schwerpunkt der Berufsorientierung liegt darin, die individuellen Ressourcen, Fähigkeiten und Interessen der Schüler/ innen auf die fachlichen Anforderungen der Berufswelt abzustimmen und eine bestmögliche Passung zu erreichen.
Auch für die Schülerschaft mit einem weiteren schulischen Werdegang gilt es permanent, Eigenverantwortlichkeit und Entscheidungsfähigkeit individuell zu fördern und zielgerichtet zu nutzen . Die einzelnen Bausteine de s Gesamtkonzeptes werden regelmäßig evaluiert und den sich ständig verändernden Anforderungen der Arbeitswelt angepasst.
Fortschreibungshistorie:
November 2015
Dezember 2018
November 2020
August 2022
März 2023
April 2023
Juni 2024
Oktober 2024
August 2025
Tritt in Kraft ab 16.10.2025 aufgrund des Beschlusses der Schulkonferenz.
Information Konferenz der SuS: 02.10.2025
Information Elternkonferenz: 09.10.2025
Beschluss Konferenz der Lehrkräfte: 22.09.2025


